04.04.2026: Heute sind wir Schülerinnen die Expertinnen!

Heute sind wir – wie bereits angekündigt – an der Mawuko Girls‘ Senior High School in Ho und werden dort parallel zwei Workshops für das Projekt „reusable Sanitary Pads“ (wiederverwendbare Damenbinden) durchführen. Bei der Begrüßung wurden alle teilnehmenden Gäste (Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums, unterschiedliche NGOs, die beiden Vorsitzenden der „Grow Your Dream Foundation“, weitere Kolleginnen und Kollegen aus der Schule und natürlich die Mitglieder von SIPRI (Social Innovation and Poverty Relief Initiative) begrüßt. Anschließend teilten wir uns in zwei Gruppen auf: die Schülerinnen arbeiteten mit Caro, Petra und Kerstin (sie wechselte nach dem Mittagessen in die andere Gruppe) sowie Wilhelmina, einer Lehrerin aus dem Bereich „Home Economics“, auf Deutsch vergleichbar mit Hauswirtschaftslehre.

Thomas und Daniel konkretisierten mit den Erwachsenen den im Entwurf vorliegenden Projektplan. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Businessplan, da die weitere Zusammenarbeit auf einem sich selbst tragenden langfristigen Ansatz basieren soll.

Das passiet selten an einer Schule in Ghana: Ein gemeinsamer Workshop von Schülerinnen, Kollegium und Gästen. You are all welcome!

Workshop mit den Schülerinnen

Insgesamt 19 Mädchen erwarteten uns gespannt um 9 Uhr zur Teilnahme am Workshop in einem von ihnen mit Luftballons dekorierten Raum an ihren Nähmaschinen. Begonnen wurde mit einer Vorstellungsrunde „my name is“, „I love to…“ and „my favourite is…“. Als warming-up haben wir ein sogenanntes „Meinungsbarometer“ genutzt. Hierbei wurden Statements vorgelesen, woraufhin sich die Teilnehmenden für „ja“, „manchmal“ oder „nein“ entscheiden konnten und im Raum entsprechend zuordneten. Unsere erste Frage lautete, ob das Leben in Ghana für Mädchen und Frauen härter sei als für Jungen und Männer. Die Entscheidung erfolgte schnell und klar: Bis auf drei Mädchen, die sich für manchmal entschieden, standen alle anderen bei „ja“. Auf Nachfrage erläuterten Einzelne, dass Männer und Jungen mehr Zugang zu Bildung hätten und auch, dass Mädchen teils schon mit 13 Jahren verheiratet würden.

Nach zwei weiteren Fragen wurde in der nächsten Phase das Thema „Probleme der Mädchen während der Menstruation“ vertieft. Hierfür nutzten wir die Methode „think-pair-share“. Die Mädchen tauschten sich intensiv aus und sammelten ihre Ergebnisse unter den Kategorien: physically, emotionally, financielly, family, peer group, school und society. Es entstand ein vielfältiges Bild. Neu für uns war hier z.B. die Information, dass die Mädchen jeden Monat eine bestimmte Menge an Binden von der Regierung kostenlos erhalten, bei Bedarf sich allerdings weitere Binden nur am Schulkiosk kaufen dürfen, die dort deutlich teurer sind als außerhalb des Schulgeländes.

Nach dem Mittagessen ging die Arbeit an vier Stationen los: Nähen, Vermarkten, Werben und Erstellen einer Benutzungsanleitung für wiederverwendbare Damenbinden. Die Schülerinnen ließen sich sehr offen auf dieses Angebot ein und erarbeiteten bemerkenswerte Ergebnisse und Produkte, die sie am Ende vor allen sehr stolz präsentierten.

Ein interaktiver Workshop mit Schülerinnen: Engagiertes Arbeiten in der Gruppe
Am Ende des Workshoptages gehen die Teilnehmenden mit einem Schatz an Erkenntnissen in die weitere Projektplanung. Well done!

Workshop mit den Erwachsenen

Parallel arbeiteten die Erwachsenen am Businessplan und beschäftigten sich mit den etwas trockeneren Themen und Fragestellungen. Dafür wurden sie zu Beginn in Gruppen, gemäß ihrer Rolle (Mitglieder anderer Initiativen, Lehrerinnen und Lehrer, Gesundheitsministerium oder Mitglieder von SIPRI), eingeteilt und tauschten sich zunächst zu Leitfragen aus, wie zum Beispiel „What do you need to be a succesfull contributer to the project?“, also was die jeweilige Gruppe benötigt, um erfolgreich zum Projekterfolg beizutragen.

Im Anschluss stellte SIPRI (Social Innovation and Poverty Relief Initiative) die anwesenden Mitglieder sowie ihre bisherigen Projekte detaillierter vor. Danach wurde thematisiert, welche Bedeutung eine Zusammenarbeit verschiedener NGOs in diesem Projekt haben könnte.

Nach einer weiteren Phase, in der unter anderem auch die Hauptkostenfaktoren identifiziert wurden, arbeitete die Gruppe an einem groben Businessplan.

Am Ende des Tages waren alle Teilnehmenden auf die Ergebnisse der jeweils anderen Gruppe gespannt.

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