23.04.2026: Der Container ist gelöscht
Hat das lange Warten endlich ein Ende? Unser Container ist von der Hafenbehörde bearbeitet. Nach weiteren Verzögerungen bei der Reederei (zum Ausstellen einer Bescheinigung) sind nun alle Gebühren bezahlt. Jetzt noch einen Truck beauftragen und der Container kann endlich sortiert und verteilt werden. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Am Samstag geht der Flieger zurück nach Deutschland. Bis dahin müssen 22 Paletten entladen und ihrem Bestimmungort zugeordnet sein. Hierfür planen wir eine Nachtschicht ein. Gegen 5 Uhr soll es morgen losgehen. Hoffentlich geht jetzt alles rund.
Um uns zu vorzubereiten, gehen wir nochmal in ein typisches Ghanaisches Lokal. Beziehungsweise ist es eher eine Gartenwirtschaft mit Barbereich, in der mehrere Köche ihre Speisen anbieten, die vor Ort verzehrt werden können. Heute gibt es neben den Getränken Geflügel oder Fisch vom Grill, Suppen, frittierten Yam oder geräucherte Schweinshaxe. Wir entscheiden uns für eines der klassischen Nationalgerichte „Groundnut Soup with Fufu“. Die Basissuppe ist würzig und ist, wie der Name verrät, mit Erdnüssen hergestellt. Darin liegt ein „Klops“ Fufu. Fufu, das ist ein kompakter stärkehaltiger Brei aus Maniok oder Yams. Als Einlage bekommen wir geräucherten Fisch. Alles ist geschmackvoll in einer Suppenschale aus Ton angerichtet. Das steht etwas im Kontrast zu der einfachen Einrichtung des Lokals, bestehend aus Plastiktischen und -stühlen.
Gegessen wird mit den Fingern. Suppe mit den Fingern essen? Ja, das geht. Vom Fufu wird ein Stück abgetrennt, dann mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechen Hand flach gedrückt. In der kleinen Vertiefung kann etwas Suppe aufgenommen werden. Der Fisch wird ebenfalls mit der Hand in mundgerechte Stücke geteilt und dazu gegessen. Die Bedienung freut sich, dass wir kein Besteck bestellen, sondern unsere Suppe „klassisch“ essen möchten. Kurz vorweg: Ganz durchgehalten haben wir nicht. Für den letzten Teil der Suppe haben wir dann doch noch nach einem Löffel gefragt. Ohne Übung ist unser „Verbrauch“ an Fufu einfach deutlich höher, als bei geübten Groundnut Soup-Essern. Das wäre einfach zu viel von der Beilage gewesen.
Manche mögen sich vielleicht fragen, ob das Essen mit der Hand nicht unhygienisch sei. Dafür gibt es eine simple Lösung. Zu jedem Gericht, das mit der Hand gegessen wird, wird immer auch Seife und ein Krug mit Wasser serviert. Gäste können sich vor, während und nach dem Essen so direkt die Hände reinigen. Das ist unabhängig von der „Klasse“ oder vom Preislevel des Lokals. Ebenso wird während des Essens auf das ausgeprägte und wichtige Handschütteln verzichtet. Guten Appetit!
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