14.04.2026: Ein Tag zum Verzweifeln
Heute früh, gleich nach dem Frühstück, wurden wir darüber informiert, dass ein Streik der Hafenarbeiter in Tema begonnen hat. Nicht nur dass der Irankrieg die weltweiten Logistikketten durcheinandergebracht hat und uns damit mehr als zwei Wochen Verspätung beschert hat; jetzt auch noch der Streik der Hafenarbeiter, die sich gegen die Einführung eines KI-gestützten (KI=künstliche Intelligenz) Logistikprogramms wehren wollen. Das wird wahrscheinlich zu weiteren Verzögerungen führen! Es ist jetzt vollkommen unklar, wann der Container gelöscht werden kann. Was kann denn bei dieser Reise noch alles passieren? Wir wissen bis zum späten Nachmittag nicht, wie wir weiter planen können.
Deshalb nutzen wir die Zeit weiter, um unsere diversen schriftlichen Aufgaben zu erledigen, uns nach Wohnalternativen umzusehen und, um zumindest teilweise einen Computer-Schulungsraum aus den im Handgepäck mitgebrachten Rechnern technisch vorzubereiten. Natürlich müssen wir auch diverse Telefonate führen und unsere Partner über die weiteren Verzögerungen zu informieren.
Wir wollen den morgigen Tag dafür nutzen, an der Awudome Senior High School mit den mitgebrachten Laptops einen kleinen PC-Schulungsraum vorzubereiten. Dieser soll dann, sobald die übrigen Rechner aus dem Container ankommen, vervollständigt werden.
Am Morgen nutzen wir die Zeit, um für HITA einen ermäßigten Preis mit dem Hotel-Marketing-Manager auszuhandeln. Wir erhalten schon eine reduzierte „Company Rate“ (Firmenrabatt), möchten diesen aber nochmals optimieren und langfristig sichern. Vielleicht gelingt es uns ja mit dem Versprechen, dass wir in Ho einen Schwerpunkt unserer Tätigkeiten sehen und daher noch viele Male wiederkommen werden. Zudem haben wir auf den Weta Hills ein weiteres Hotel, das „African Hill“, begutachtet. Dieses Hotel ist in einer ähnlichen Kategorie einzuordnen, wie unser derzeitiges Hotel Sky Plus.
Auch heute war es den ganzen Tag wieder sehr schwül und wir waren froh, dass wir uns ab und zu in unsere klimatisierten bzw. gut durchlüfteten Zimmer zurückziehen konnten. Die Temperaturen in Ho (Ghana) bleiben das ganze Jahr über tropisch warm bis heiß – heute wieder ca. 34 Grad.  Während der Regenzeit ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch, was die Hitze oft drückender erscheinen lässt. In Ho gibt es aufgrund der Lage in der Übergangszone zwischen den inneren und äußeren Tropen zwei ausgeprägte Regenzeiten. Während der großen Regenzeit, diese dauert von April bis Juli, fallen die intensivsten Niederschläge, oft als kräftige Gewitterschauer am Nachmittag oder Abend. Die kleine Regenzeit tritt im September und Oktober auf. Wie uns unsere ghanaischen Freunde berichten, beobachten sie einen immer früheren Eintritt von schweren Regenfällen, den sie sich mit dem Klimawechsel erklären. In den Zeiten zwischen diesen Regenzeiten treten praktisch keine Niederschläge auf.
Die Frühjahrsregenzeit, in Ghana oft als „Major Rainy Season“ bezeichnet, ist die wichtigste Phase für das Leben und die Landwirtschaft in der Volta Region. Sie macht über 50 % des jährlichen Gesamtniederschlags aus. Nach den bisherigen Regenfällen können wir uns kaum vorzustellen, dass diese trophischen Schauer noch stärker werden könnten. In diesem Zeitraum fallen in Ho zwischen 900 mm und 1300 mm Regen, wobei die zentralen Hochlandregionen und Waldgebiete der Volta Region noch deutlich feuchter sind (vgl. wheather.com, wikipedia). Gefüht hat es in den letzten Tag noch viel mehr geregnet.
Am Abend probierten wir noch ein Restaurant in der Nähe unseres Hotels aus. Wir freuten uns sehr auf authentische ghanaische Küche. Leider waren von den vielen in der Karte aufgelisteten lokalen Speisen kaum etwas erhältlich, ganz im Gegensatz zu den eher international geprägten Angeboten. Wir entschieden uns dann für einen Fischeintopf (Abobi Tadi), der in erster Linie aus Mini-Sardellen (Amane) bestand. Dieser wird normalerweise mit Akple gereicht, einem festen Kloß aus Mais- und Cassavamehl, der besonders in der Volta-Region die Standardbeilage zu diesem Fischeintopf ist.
Wir haben immer noch keine Nachricht, wie es um unseren Container steht. Hoffentlich erfahren wir morgen früh mehr von unserem Freund Mensah Rex, der sich unermütlich um eine Lösung unseres Problems kümmert.
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