13.04.2026: Regenzeit in Ghana – ein Tag zum Arbeiten und Geduldigsein
Auch heute sind wir zum Warten gezwungen. Das Containerschiff ist zwar seit gestern um die Mittagszeit in Tema, dem größten Tiefseehafen Ghanas, angekommen, liegt aber immer noch auf einem Ankerplatz. Tema ist die wichtigste Hafenstadt Ghanas. Sie liegt etwa 25 km östlich der Hauptstadt Accra mit der sie durch eine Eisenbahn und eine vielspurige Autobahn verbunden ist. Tema gehört zur Region „Greater Accra“. Diese Region ist ein städtisch geprägter Ballungsraum, der sich als zusammenhängende Bebauung fast 100 Kilometer an der Küste entlangzieht und bis zu 30 Kilometer ins Landesinnere reicht.
Es ist immer noch unklar, wann das Schiff auf Mole liegen wird, also wann das Schiff tatsächlich anlegen kann, um entladen zu werden. Mittlerweile sind alle unsere noch in Deutschland erarbeiteten weiteichenden Planungen obsolet und unsere Ungeduld wird größer. Wie sollen wir es zu dritt, in den uns noch zur Verfügung stehenden Tagen es schaffen, den Container in Empfang zu nehmen, die 22 Paletten zu kommissionieren, den Transport zu 14 verschiedenen Empfängern zu organisieren, die gespendeten Güter zweckbestimmt zu übergeben und dann noch die PC-Schulungsräume einzurichten? Das wird eine Mammutaufgabe für Sven, Daniel und Thomas.
Wir nutzen also den Regentag zum weiteren Abarbeiten unseres „Papierkrams“, also der dringend notwendigen Protokollierung unserer Workshops und Abmachungen einerseits und vor allem, um mit unseren Projektpartnern in Ghana über die sich ständig veränderten Rahmenbedingungen zu kommunizieren.
Ein Hauptbestandteil unserer Arbeit heute und morgen ist auch die individuelle Anpassung der verschiedenen vorbereiteten Memorandum of Understanding (MOU). Ein MOU ist eine schriftliche Absichtserklärung zwischen zwei oder mehr Parteien, die die Zusammenarbeit, die Aufgabenbereiche und gemeinsame Ziele festlegt.
Auch Sven nutzt die Zeit an seinem mobilen Schnittplatz, um dort weiter an seinem Dokumentarfilm über Ghana zu arbeiten und parallel viele kleine Dokumentationen anzufertigen. Diese könnt ihr schon bald auf unserem YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/@HITAeV) sehen.
Am späten Nachmittag haben wir ein Projektreview mit einer unserem Partnern, der Grow Your Dream Foundation (GYDF) aus Ho, angesetzt. Ein Projektreview ist eine strukturierte Analyse und Bewertung eines Projekts durch eine (meist neutrale) Instanz. Es dient dazu, Soll- und Ist-Zustand (Kosten, Termine, Qualität) zu vergleichen, gemachte Erfahrungen einzuordnen und den Projekterfolg zu sichern. Ziel ist, aus den Erfahrungen für zukünftige Projekte zu lernen. Karsten, unser Freund, langjähriger und hauptverantwortlicher Projektmanager für Projekte mit dieser ghanaischen Stiftung, arbeitet seit vielen Jahren eng und mit viel Enthusiasmus mit den beiden Hauptverantwortlichen Jacob Ahiave und Linus Gaba zusammen.
Das Projekt, das wir „reviewen“, befasst sich mit der „Förderung der psychischen Gesundheit im ländlichen Ghana“, einem überaus wichtigen, oft verschwiegenem Problem in ländlichen Gebieten Afrikas.
Nach einem spannenden und sehr interessanten Review, nutzen wir noch die Gelegenheit, ein Dankeschön-Video für die Schmitz-Stiftungen anzufertigen. In diesem Video unterstreichen die beiden Projektverantwortlichen ihre Dankbarkeit, dass die Schmitz-Stiftungen solche Kleinprojekte fördert und somit einen überaus wichtigen Beitrag für diese ghanaische Non-Govermental Organization (Nicht-Regierungsorganisation) leistet.
Ganz am Ende des Tages bekamen wir noch einen Anruf von unserem Agenten Mensah Rex, der uns leider mitteilte, dass er immer noch nicht sagen kann, wann der Container gelöscht werden kann. Es bleibt (etwas zu) spannend!
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