16.04.2026: Reisetag von Ho nach Accra
Nachdem wir gestern am späten Nachmittag informiert worden sind, dass sich bei den Containern etwas tun könnte, haben wir uns entschlossen, heute nach Accra umzuziehen. Von dort aus können wir flexibler reagieren. Eigentlich liegen zwischen Ho und Accra nur ca. 180 Straßenkilometer. Normalerweise dauert die Fahrt zwischen 3 und 4 Stunden. Das liegt vor allem am dichten Verkehr, der eigentlich nie abreist und den zum Teil immer noch sehr schlechten Straßen. Letzteres veränderte sich in den vergangenen Jahren rasend schnell. Die bisher zweispurige Straße wird Stück für Stück vierspurig ausgebaut. Einige Kilometer, vor allem in der Umgebung von Ho, sind bereits fertiggestellt. Auffallend ist, mit welcher Brutalität diese Straße durch die vielen Dörfer gebaut wird. Häuser, die der neuen Straße im Weg stehen, werden markiert und mit Baubeginn abgerissen. Wir haben viele Häuser und kleine Läden gesehen, die bereits mit einem aufgesprühten „x“ für den Abriss markiert sind. Wir fragen uns, ob die Bewohner dieser meist sehr einfachen Unterkünfte entschädigt werden, bzw. was die Straße und deren Folgen für die Bewohner tatsächlich bedeutet. Werden sie durch den Fortschritt obdachlos? Verlieren sie ihre Existenzgrundlage?
Durch die vielen Bauarbeiten einerseits, aber vor allem durch den unglaublichen Verkehr, dauerte die Fahrt viel, viel länger als geplant. Nach 3 Stunden hatten wir noch nicht einmal die Hälfte geschafft. Langsam näherten wir uns dem berühmten „Tema Roundabout“, einem ehemals berüchtigten Kreisverkehr, bei dem es immer wieder zu regelrechten Verkehrskollapsen gekommen ist. Das war ein überall bekanntes Nadelöhr, das immer wieder zu kilometerlangen Staus geführt hat. Zu unserer großen Überraschung gibt es diesen Kreisverkehr nicht mehr. Ein riesiges kreuzungsfreies Brückenbauwerk hat diesen Stauschwerpunkt entschärft. Innerhalb weniger Augenblicke hatten wir dieses frühere Nadelöhr hinter uns gelassen.
Die Straße zwischen dem Überseehafen in Tema und der Hauptstadt Accra wird derzeit sogar achtspurig ausgebaut. Ob die 8 Spuren reichen werden, wagen wir schon jetzt zu bezweifeln. Es ist unfassbar, wie viel Verkehr sich zwischen diesen beiden Städten bewegt. Links und rechts dieser Straße befinden sich große Industriegebiete oder auch sehr luxuriös anmutende moderne Wohngebiete. Vor allem in der Nähe von Tema sehen wir auch immer wieder große Abstellflächen für Container. Ob unserer da wohl dabei sein wird?  Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es sich bei diesen Abstellflächen um offizielle Lagerplätze von Speditionen, um Abstellplätze des Hafens oder vielleicht um „wild“ gelagerte bzw. abgestellte Container handelt.
Nach mehr als vier Stunden Fahrt haben wir laut Google Maps immer noch ca. 30km vor uns. Jetzt kam aber erst noch das verkehrsreichste Stück, nämlich die Fahrt durch Accra. Was wir nicht ahnten, war, dass wir dafür nochmals fast zwei Stunden benötigen sollten.
Unser Hotel liegt etwas außerhalb von Accra, an der Cape Coast Straße, als der Verbindung in Richtung Westen nach Cape Coast und dann weiter zur Elfenbeinküste. Nach 6 Stunden Fahrt kamen wir dann endlich in unserem Hotel an. Leider liegt es doch recht weit außerhalb von der eigentlichen Stadt Accra.
Auf das Abendessen freuten wir uns die ganze Fahrt, denn mittlerweile hatten wir richtig Hunger. Weil wir die vergangenen Wochen häufig Fisch mit dem berühmten Joloff-Reis serviert bekommen hatten, freuten wir uns auf eine leckere Alternative aus der äußerst vielfältigen ghanaischen Küche. Leider wurde uns schnell klar, dass die Küche nicht auf unseren vielfältigen Wünschen nach lokalem Essen eingestellt war. Immer wieder hörten wir, dass eine von uns gewählte Speise leider vergriffen wäre, heute nicht erhältlich wäre, einfach nicht da wäre, usw. Am Ende stellte sich heraus, dass es nur ein Gericht (noch) gab, nämlich? Telapia Fisch mit Jolof-Reis 😊! Dieser war allerdings hervorragend.
Während des Abendessens erhielten wir dann den schon langen erwarteten Anruf unseres Freundes Mensah Rex. Er glaubt fest daran, dass wir morgen früh genaueres über den Verbleib der Container erfahren werden und dann eventuell nach Sunyani fahren könnten. Spätestens am Montag, so Rex zuversichtlich, kommt unser Container dann aus dem Hafen. Er meinte, dass wir dann noch genügend Zeit hätten, um die Spenden zu verteilen. Nun ja – es bleibt spannend!
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